Ein absolutes Schmankerl unter den Klettersteigen der Alpen ist der Königsjodler! Ein wenig Vorschnuppern kann man bei den Videos auf YouTube über den Königsjodler. Das Live-Vergnügen ist natürlich viel besser!!! Es lohnt sich in aller Früh aufzubrechen um den Massen zu entkommen und freie Bahn zu haben. An schönen Herbsttagen kann es durchaus passieren, dass man im Klettersteig Schlange stehen muss. Ein echter Graus für jeden Bergfreund… also “harte Breze” und SEHR früh aufstehen um im Morgengrauen Aufsteigen zu können.
Ein großer Parkplatz unterhalb des Dientner Sattels ist der Startpunkt dieser Tour. Insgesamt sind 1650 hm zu bezwingen, denn man startet auf 1128m und erlangt am Hohen Kopf eine Höhe von 2875m.
Zunächst führt eine breite Forststraße bis zur Erichhütte, auf der auch übernachtet werden kann. Die Hütte ist umgeben von zwei weiteren privaten Häusern und der Blick auf die Türme des Hochkönigs ist beeindruckend. Von hier aus führt ein Pfad hinauf zur Felswand. Es wird deutlich steiler und bald läuft man durch kleine Kiefernwäldchen hindurch ehe es schon richtig felsig wird und man die Hände zur Hilfe nehmen muss. Zwei kleine Leiterl sind auch zu überwinden ehe man links ums Eck geht und den Einstieg des Königsjodlers vor Augen hat. Laut Routenbeschreibung auf Bergsteigen.at sind für den Zustieg 2 Std. 15 Min. angedacht, doch wer zügig geht schafft’s auch in 1Std. 45 Min.
Es lohnt sich hier eine kleine Rast zu machen & sich ein wenig zu stärken. Üblicherweise ist man nie alleine am Einstieg und man muss eh ein wenig warten bevor es dann endlich zur Sache geht. Insgesamt sind 4 Std. 45 Min. für den Klettersteig veranschlagt. Das Panorama ist beeinduckend hier oben. Man kann bis zum Großglockner schauen! Leider ist mit unter mit Nebel zu rechnen, der sich gern mal bis Mittags hält.

Schon beim Einstieg muss man mal kräftig zupacken um den “Flower Tower” zu bezwingen. Das erste Highlight ist der “Jungfrauen – Sprung” – hier ist Jodeln angesagt! Ein beherzter Hüpfer und schon ist man drüben auf dem nächsten Türmchen. Der Steig ist unglaublich… nirgendwo sonst gibt es etwas vergleichbares. Die zahlreichen “Mini-Schluchten” werden teils durch einen großen Schritt, Sprung, Drahtseilbrücke oder einem Flying Fox überwunden. Der Flying Fox ist zwar nicht enorm lang.. sollte aber dennoch nicht unterschätzt werden! Mittels eines Seils kann man Rolle & Karabiner zu sich hinüber ziehen. Nun hängt man sich einfach ein und los geht’s. Von einem schwungvollen Abstoß kann ich an dieser Stelle nur abraten… man ist im Nu auf der anderen Seite und der Aufprall geht voll auf die Knie! Der Klettersteig ist bis auf zwei Passagen durchgehend gesichert. Die zahlreichen Umlenkungen des Drahtseils vermitteln den Eindruck als ob sie zum Befestigen der Felsbrocken angebracht sind oder zur Sicherstellung eines guten Seilverlaufs. Man muss wirklich extrem oft umklicken. Die zwei ungesicherten Passagen befinden sich im ersten und im letzten Drittel. Im ersten Drittel geht man ein paar Meter auf einem kleinen Pfad und im letzten Drittel muss man ein Stück ein Geröllfeld hoch. Der Hang ist sehr steil und wirklich nochmal richtig anstrengend. Hat man das Geröllfeld hinter sich gelassen geht’s hoch auf den “Kummetstein” und auch gleich wieder runter. Das ewige Auf & Ab zehrt an den Kräften, denn die Länge des Klettersteigs ist ungewöhnlich. Denkt man sich sonst meistens “Oh, schon vorbei!” so ist es hier eher ein “Ach, es geht noch weiter!?!”. Langsam und gemächlich nähert man sich dann dem Hohen Kopf – das Ziel ist erreicht… die Türme und Zacken des Hochkönigs sind bezwungen. Die Gipfelschoki hat man sich allemal verdient. Leider gibt’s hier oben kein Gipfelkreuz… wer das gern noch dabei hätte muss noch knapp 100hm hinauf um auf den Hochkönig zu gelangen, wo sich auch das Matrashaus befindet. Ein Gipfelbuch und eine Spardose zieren den Gipfel. Rings herum sind einige Altschneefelder, die im Frühjahr sicherlich größer ausfallen und ggf. überquert werden müssen.
Ein dickes Minus bekommt der Abstieg! Man steigt hinten runter über die Birgkarscharte. Es geht ein steiles Geröllfeld hinunter – den Helm sollte man unbedingt weiterhin tragen. Hin & Wieder kommt ein Geschoß daher, das man wirklich nicht an den Kopf bekommen möchte. Laut Routenbeschreibung sind es 3 Std. 15 Min. zurück ins Tal über das Birgkar, doch das geht schon ein wenig schneller. Trotzdem ist Vorsicht geboten… man ist ja schon einige Stunden on Tour und die Beine werden müde…
Es gibt die Möglichkeit übers Bigkar abzusteigen oder einen Bogen um das Massiv herum zu l
aufen. Ersteres geht sicher schneller, doch hier gibt’s einen kurzen Gegenanstieg. Das Klettersteigset benötigt man für den Abstieg allerdings nicht mehr. Nach dem kurzen Gegenanstieg (auch ein kleiner Steig) kommt man wieder beim Einstieg raus und kann sich die zahlreichen Türmchen noch einmal betrachten. Der Rest des Abstiegs verläuft auf dem Aufstiegsweg.. die Erichhütte bietet sich an für ein erfrischendes Radler!
Für die müden Bezwinger gibt es die Möglichkeit auf dem Matrashaus zu übernachten. Dieses ist 30 Minuten vom Hohen Kopf entfernt. Insgesamt hat man bei dieser Tour 1650hm absolviert.
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