Sturztraining – Stürzen soll gelernt sein!


Es soll Kletterer geben, die noch niemals gestürzt sind oder aber ihre Stürze an einer Hand abzählen können. Für Andere wiederum gehört das Stürzen zum Klettern dazu. Manchmal ist es schon erstaunlich wie lange man sich eigentlich noch in der Wand halten kann, obwohl man schon Züge vorher dachte die Arme machen zu oder die Hände gehen auf. Um diesen Effekt zu testen kann man sich mal eine fordernde Route, die man aber dennoch gut durchsteigen kann, aussuchen und diese so oft klettern (erstes Mal Vorstieg, dann nachsteigen) bis man tatsächlich von der Wand fällt. Wer nicht so kühn ist, der sollte vielleicht mit einem Schritt für Schritt aufgebauten Sturztraining anfangen. Je nach belieben kann man auch einen dritten zum Nachsichern einsetzen. Dieser hält das Seil hinter dem Sichernden zu Redundanzzwecken fest. Desweiteren gibt es auch noch einen Unterschied zwischen statischem und dynamischen Sichern. Bei Stürzen aus größerer  Höhe kann statisches Sichern sehr unangenehm für den Kletternden sein! Hier ist es mitunter ratsam dem Sichernden durch kontrolliertes Seil ausgeben sanfter abzubremsen. Dieses Thema wird durchaus diskutiert, denn dynamisches Sichern bedeutet auch das der Stürzende weiter fällt. Nette Videos übers Stürzen gibt’s auch bei YouTube.

Für ein Sturztraining eignen sich im Besonderen die Sicherungsgeräte Tube oder HMS, da Sicherungsgeräte wie der GriGri selbstblockierend sind.

Hier die drei typischen Sturztrainingszenarien:

  • Stürzen am Umlenker (Toprope):

Nachdem der Kletterer das Seil in den Umlenker gehängt hat gibt er seinem Sicherer die Anweisung “zu” und setzt sich ins Seil. Der Sichernde macht “Zu” & nimmt beide Hände ans Bremsseil. Zwischen eigentlicher Bremsseilhand (bei Rechthändern die Rechte) und der anderen Hand die sich direkt hinter dem Tube befindet lässt er 1-2m Schlappseil zu und löst  dann die vordere Hand vom Seil.

Der Vorteil hierbei ist, dass der Kletterer nicht “springen” muss.

  • Stürzen unterhalb der letzten eingehängten Exe:

Zunächst einmal sollte dieses Szenario in ausreichender Höhe vollzogen werden. In der Kletterhalle bietet sich die 5 Exe an. Bei diesem Sturzszenario befindet sich der Kletterer unterhalb einer bereits eingehängten Exe oder unterhalb des Eingehängten Umlenkers. Der Sicherer gibt dem Kletterer 1-2 m Schlappseil. Ist der Kletterer bereit so löst er Hände und Füße von der Wand und “springt” ins Seil.

  • Stürzen oberhalb der letzten eingehängten Exe:

Der Kletterer überklettert die nächste Einzuhängende Exe. Ist diese auf Hüfthöhe, so stößt er sich von der Wand leicht ab und fällt ins Seil. Auch hier ist es ratsam genug Abstand vom Boden zu haben, denn man fällt ja die doppelte Länge: nämlich bis zur letzten geklippten Exe und dann nochmal das gleiche runter.

Es ist durchaus empfehlenswert hin und wieder ein Sturztraining einzulegen, denn die Erkenntnis “garnicht so schlimm” bringt einen gleich ein Stückchen weiter hinauf.

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